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Was heißt systemisch?

Nehmen wir an, eine vierköpfige Familie, Vater, Mutter, Tochter und Sohn wären jeder mit jedem durch Seile verbunden, die sich jedes Mitglied um den Bauch geschlungen hat.

Diese Seile sollen für die aus Liebe, Fürsorge, Pflichtgefühl und Wohlbefinden bestehenden Beziehungen die zwischen den Mitgliedern der Familie bestehen ebenso stehen wie für verbales und nonverbales miteinander in Kontakt treten.

Die Familie sitzt gemütlich im Wohnzimmer während es plötzlich an der Wohnungstür läutet. Die Tochter springt auf, um zu öffnen. Was passiert dadurch wohl im gleichen Augenblick mit dem Rest der Familie? [1]

Systemisches Denken und Handeln in Beratung und Therapie versteht den Menschen als ein gleichermaßen biologisches wie soziales Wesen. Dabei steht die dynamische Wechselwirkung zwischen den biologischen und den psychischen Eigenschaften eines Menschen einerseits und den sozialen Bedingungen seines Lebens andererseits im Mittelpunkt einer Beratung.

Symptome werden als Ausdruck bestimmter Beziehungsmuster gesehen. Beraterische wie therapeutische Interventionen zielen darauf ab, diese Muster deutlich werden zu lassen, persönliche Ressourcen zu aktivieren und die Handlungsmöglichkeiten der Beteiligten zu erweitern.

Nach Möglichkeit werden deshalb alle Beteiligten in den beraterischen Prozeß mit einbezogen; es stehen aber auch geeignete Methoden zur Durchführung von systemischer Einzelberatung und systemischer Paarberatung zur Verfügung.

Basis für eine Beratung und Therapie auf systemischer Grundlage ist die Zusammenarbeit zwischen Ihnen als KlientIn und uns als TherapeutIn.

Wichtigstes Arbeitsmittel ist der öffnende Dialog. Wir begegnen unseren Klienten mit einer Haltung des Respekts, der Unvoreingenommenheit und Allparteilichkeit, des Interesses und der Wertschätzung ihrer bisherigen Handlungs- und Lebenskonzepten gegenüber.

Wir sind uns unserer Verantwortung in der Arbeit mit Menschen bewußt. Umgekehrt erwarten wir, daß jede/r, die/der an unserer Arbeit (Beratung oder Therapie) teilnimmt, die volle Verantwortung für ihre/seine Erfahrungen und Aktivitäten selbst trägt.


[1] vergl. SATIR, Virginia: Kommunikation, Selbstwert, Kongruenz: Konzepte und Perspektiven familientherapeutischer Praxis. 2. Aufl., Paderborn, 1991, S. 260f

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